Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Keine Anmeldung möglich 10001 "Europa der Vaterländer" vs. EU

(Wesel, am Mo., 9.10., 19.30 Uhr , Günter Semmler)

Die "Flüchtlingskrise" zeitigt so mancherlei Folgen für die Belastungsfähigkeit der Europäischen Union und markiert die Grenzen der europäischen Integration. Denn der überwiegende Teil der Mitgliedsländer schottete sich gegen die Aufnahme von Schutzsuchenden ab, wehrte sich gegen Kontingentierungen und fuhr einen erklärt nationalen Kurs - und dies nicht nur in der "Flüchtlingsfrage". Da wurde von Regierungen in Polen und Ungarn die Pressefreiheit eingeschränkt, die Unabhängigkeit der Verfassungsgerichte beschnitten und der Umbau von Staat und Gesellschaft nach "nationalkonservativen" Maßstäben vorangetrieben. Schließlich erreichte in Großbritannien die von der rechtspopulistischen "Ukip" vorangetriebene nationalistische "Welle" mit dem EU-Austritt Großbritanniens einen (vorläufigen) Höhepunkt.

Grundsätzlich kann schließlich festgestellt werden, dass das "europäische Projekt" durch die zunehmende Präsenz des EU-feindlichen Rechtspopulismus unter Druck geraten ist: In Frankreich ist es der "Front National", in Österreich verzeichnet die FPÖ beachtliche Wahlerfolge und in Deutschland entwickelte sich die "Alternative für Deutschland" (AfD) zu einer ernsthaften Herausforderung für die "etablierten" politischen Parteien.

Woher kommt dieser neue Nationalismus? Wieso schützen die bis dato als sicher geltenden "Immunsysteme" der Demokratien nicht mehr vor der nationalistischen und populistischen "Infektion"? Und schließlich: muss das Fernziel der EU, ein europäischer Bundesstaat als "Europa der Regionen", von der politischen Agenda gestrichen werden? In diesem Zusammenhang wird untersucht, wie die rechten Parteien bei ihrer Anti-EU-Agitation kooperieren und dabei so etwas wie eine rechtspopulistischen "Internationale" gegen den europäischen Integrationsprozess bilden. Im Vortrag wird versucht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen, um herauszufinden, worin die Erfolgsrezepte der neuen "nationalistischen Herausforderungen" zu suchen sind und um schließlich die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union kritisch zu hinterfragen.

Keine Anmeldung möglich 10002 Judenfeindschaft in der Reformationszeit

(Wesel, am Do., 16.11., 19.30 Uhr , Günter Semmler)

Die Geschichte des Antisemitismus in Deutschland - von seinen Wurzeln über den Holocaust bis zu diversen Varianten der Gegenwart ist gründlich erforscht - und wird allenfalls in Hinsicht auf die Bewertung des sogenannten "linken Antizionismus" kontrovers diskutiert. Eindeutig erforscht ist hingegen die christliche Vorgeschichte der Judenfeindschaft nicht - der sog. Antijudaismus. Begründet in frühchristlicher Dogmatik, fortgeführt und verbreitet durch Volksfrömmigkeit und den katholischen Klerus in der Zeit des "Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation" galt das mittelalterliche Judentum als "praktizierte Ketzerei"; seine Anhängerschaft fiel religiöser Verachtung, gesellschaftlicher Ausgrenzung und gelegentlicher brutalster Verfolgung anheim.

Das jüdische Leben unter Vorherrschaft eines christlichen, volkstümlichen "Fundamentalismus" unterschied sich daher deutlich von seinen Daseinsformen in der Welt des Islam, in der Juden zwar nicht mit Muslimen rechtlich gleichgestellt waren, aber ihren Glauben ausüben, sich gesellschaftlich entfalten und auch Spitzenpositionen erlangen konnten. Im christlich geprägten Okzident zählten sie als "Gottesmörder" und Werkzeuge des "Antichristen" zu den erklärten Feinden der Christenheit. Daran sollte sich auch in der beginnenden Neuzeit - dem Übergang vom Mittelalter zur Renaissance - nichts ändern. Entscheidend hierfür war vor allem, dass die von Martin Luther ausgehende Reformation den alten, römisch-katholischen Antijudaismus im Wesentlichen fortführte und das Judentum auch von evangelischen Kanzeln diffamiert wurde.

Thema des Vortrags ist daher, wie sich diese Entwicklung erklären lässt. Was veranlasste den Reformator, nach einer anfänglichen Dialogbereitschaft den Juden gegenüber, schließlich in wüste Angriffe zu verfallen, an deren Ende etwa ein Traktat "Von den Juden und ihren Lügen" (1543) stand? Weiterhin wird erörtert, welche Bedeutung der christliche, nun auch "protestantisch" begründete Antijudaismus für die weitere Entwicklung der Judenfeindschaft zum "modernen" Antisemitismus besaß, der schließlich im Holocaust des europäischen Judentums kulminierte.

Eine Kooperation der Volkshochschule und des Christlich-Jüdischen Freundeskreises Wesel e. V.

Keine Anmeldung möglich 11000 Steinreich, vogelfrei! - Alpenüberquerung

(Wesel, am Mo., 9.10., 19.00 Uhr , Gabriele Reiß)

Glücklich der Mensch, der Träume hat! Und noch glücklicher, wenn sich, wie für Gabriele Reiß, einer davon erfüllt. Die alpenverrückte Ruhrgebietsfrau und Buchautorin hat in Begleitung ihrer Wanderfreundin mit gründlicher Vorbereitung, Mut und Hingabe die Alpen in fünf Groß-Etappen überquert, in Eigenregie, auf eigener Route: 700 km von Starnberg bis Bardolino, über Mittenwald, Inntal, Stubaital, Brenner, Jaufen, Passeiertal, Etschtal, Brenta-Dolomiten, Arco, Torbole und Malcesine.

Tolle Sache, möchte man meinen, für Zeitgenossen, die jung und fit sind - aber weit gefehlt! Als Gabriele Reiß mit ihren Zipperlein, wie sie ihre gesundheitlichen 'Problemzonen' nennt, in Bardolino ankam, war sie 62 Jahre alt und Rentnerin. Beeindruckende Bilder sich wandelnder Berglandschaften, Anekdoten und Texte aus ihrem fesselnden Reisebericht fügt sie zu einem Alpen-Abend zusammen, der Sehnsucht weckt.

Keine Anmeldung möglich 11001 Montmartre - Ein Streifzug durch "Paris en miniature"

(Wesel, am Di., 10.10., 19.30 Uhr , Clemens Schmale)

Montmartre - schon der Name ist Musik und trotz vieler anderer bekannter und bedeutender Stadtteile von Paris wie Saint-Germain-des-Prés, Quartier Latin, Montparnasse, Marais etc. ist das Viertel hoch im Norden der Stadt unter Fremden wie Einheimischen immer noch das vielleicht bekannteste und in jedem Falle eines der am meist besuchten. Jüngste Statistiken der Stadtväter zeigen denn auch, dass gleich nach der Kathedrale Notre Dame der Montmartre und insbesondere sein Wahrzeichen, die Basilika von Sacré-Coeur, mit 11 Millionen Besuchern jährlich an zweiter Stelle der Beliebtheitsskala steht - noch vor dem Louvre und dem Tour Eiffel.
Und dabei zählte das sogenannte Künstlerviertel der vorletzten Jahrhundertwende (Picasso, Braque, van Gogh, Toulouse-Lautrec) lange Zeit gar nicht zu Paris, sondern war ein eigenständiges, fast rückständiges Dörfchen mit behäbiger Infrastruktur vor den Toren der Metropole des 19. Jahrhunderts. Und ein Stück weit ist es das bis heute geblieben, insbesondere wenn man die ausgetretenen Touristenpfade verlässt und sich Zeit nimmt für die Gassen, die Sträßchen, die Treppen, die Menschen und die Märkte von Montmartre.
Der multimediale Vortrag führt durch den gesamten Montmartre, sowohl durch den berühmten wie auch durch die weniger bekannten Teile der sogenannten 'Butte', dem höchstgelegenen Stadtteil von Paris, für den man Zeit, etwas Ausdauer und gutes Schuhwerk braucht.
Wir durchstreifen an diesem Abend das Quartier von der Place Pigalle bis zur Basilika, vom prominenten und ruhigen Friedhof bis zum übervollen Kunst- und Kitsch-Zentrum der Stadt, der 'Place du Tertre'. Aber vor allem richten wir den Blick auf die kleinen und großen Sehenswürdigkeiten abseits der Route, tauchen in die 2000 Jahre währende Geschichte des Ortes ein und lassen das Auge über den Tellerrand schweifen ins gesamte 18. Arrondissement von Paris. Denn dieses ist größer, aufregender und vielfältiger als der touristische Kern in der Mitte - eine Art 'Paris en miniature': mit seinem Maghrebiner-/Afrikanerviertel rund um die 'Goutte d`Or', mit seiner 'Chinatown' nördlich der großen Bahnhöfe und mit dem größten Flohmarkt der Welt parallel zum Boulevard Périphérique.

Clemens Schmale studierte u. a. Französisch in Bochum, Lausanne und Paris und lebte seinerzeit gleich um die Ecke vom 'Moulin Rouge'. Auch heute kehrt er Jahr für Jahr in die französische Hauptstadt zurück und lässt sich nie einen Bummel durch Montmartre nehmen, dem Viertel der fabelhaften 'Amélie', der die Besucher auch während des Vortrags begegnen werden.
Iran ist mehr als viermal größer als Deutschland und ein bedeutender Schlüsselstaat zwischen Russland und dem Indischen Ozean, zwischen Europa und dem indischen Subkontinent. Es ist die religiöse Hochburg der Schiiten und islamische Republik seit der Revolution gegen den Schah 1979. Insbesondere in den letzten Jahren entwickelte sich das Land zum Gegenspieler des sunnitisch-wahabitischen Königreichs Saudi-Arabien gleich gegenüber auf der anderen Seite des arabisch-persischen Golfs.
Und wie kaum ein anderes Land der Region ist das alte Persien seit Jahrtausenden Heimat traditionsreicher Hochkulturen, Schmelztiegel unterschiedlichster Völker und weist daher eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Denkmälern erster Klasse auf, darunter zahlreiche Monumente, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet sind.

Clemens Schmale beleuchtet an diesem Abend die iranische Seite des alten Mesopotamien mit der antiken Metropole Susa, reist über Bushehr am Golf nach Shiraz und Isfahan, wo insbesondere die Blütezeit islamischer Architektur zuhause ist, zeigt das noch vorchristliche Persien in Pasargadae und Persepolis, besucht die Wüstenmetropole Yazd mit ihren Windtürmen und dem benachbarten zoroastrischen Wallfahrtsort Chak Chak. Auch Teheran und die schiitische Hochburg Qom sind Stationen seiner Reise. Schließlich wird auch ein Blick geworfen auf die religiösen Minderheiten im Land, etwa die orthodoxen Armenier, die heutigen Anhänger Zarathustras, die noch wenigen Juden und selbst die evangelischen Christen.

Der Referent bereist die islamische Welt von Algerien bis Usbekistan, von Bali bis Albanien seit den 70er Jahren und war in jüngster Zeit mehrfach rund um den Golf unterwegs, zuletzt vorrangig im Iran und im Oman.

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