Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Keine Anmeldung möglich 10002 Judenfeindschaft in der Reformationszeit

(Wesel, am Do., 16.11., 19.30 Uhr , Günter Semmler)

Die Geschichte des Antisemitismus in Deutschland - von seinen Wurzeln über den Holocaust bis zu diversen Varianten der Gegenwart ist gründlich erforscht - und wird allenfalls in Hinsicht auf die Bewertung des sogenannten "linken Antizionismus" kontrovers diskutiert. Eindeutig erforscht ist hingegen die christliche Vorgeschichte der Judenfeindschaft nicht - der sog. Antijudaismus. Begründet in frühchristlicher Dogmatik, fortgeführt und verbreitet durch Volksfrömmigkeit und den katholischen Klerus in der Zeit des "Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation" galt das mittelalterliche Judentum als "praktizierte Ketzerei"; seine Anhängerschaft fiel religiöser Verachtung, gesellschaftlicher Ausgrenzung und gelegentlicher brutalster Verfolgung anheim.

Das jüdische Leben unter Vorherrschaft eines christlichen, volkstümlichen "Fundamentalismus" unterschied sich daher deutlich von seinen Daseinsformen in der Welt des Islam, in der Juden zwar nicht mit Muslimen rechtlich gleichgestellt waren, aber ihren Glauben ausüben, sich gesellschaftlich entfalten und auch Spitzenpositionen erlangen konnten. Im christlich geprägten Okzident zählten sie als "Gottesmörder" und Werkzeuge des "Antichristen" zu den erklärten Feinden der Christenheit. Daran sollte sich auch in der beginnenden Neuzeit - dem Übergang vom Mittelalter zur Renaissance - nichts ändern. Entscheidend hierfür war vor allem, dass die von Martin Luther ausgehende Reformation den alten, römisch-katholischen Antijudaismus im Wesentlichen fortführte und das Judentum auch von evangelischen Kanzeln diffamiert wurde.

Thema des Vortrags ist daher, wie sich diese Entwicklung erklären lässt. Was veranlasste den Reformator, nach einer anfänglichen Dialogbereitschaft den Juden gegenüber, schließlich in wüste Angriffe zu verfallen, an deren Ende etwa ein Traktat "Von den Juden und ihren Lügen" (1543) stand? Weiterhin wird erörtert, welche Bedeutung der christliche, nun auch "protestantisch" begründete Antijudaismus für die weitere Entwicklung der Judenfeindschaft zum "modernen" Antisemitismus besaß, der schließlich im Holocaust des europäischen Judentums kulminierte.

Eine Kooperation der Volkshochschule und des Christlich-Jüdischen Freundeskreises Wesel e. V.
Iran ist mehr als viermal größer als Deutschland und ein bedeutender Schlüsselstaat zwischen Russland und dem Indischen Ozean, zwischen Europa und dem indischen Subkontinent. Es ist die religiöse Hochburg der Schiiten und islamische Republik seit der Revolution gegen den Schah 1979. Insbesondere in den letzten Jahren entwickelte sich das Land zum Gegenspieler des sunnitisch-wahabitischen Königreichs Saudi-Arabien gleich gegenüber auf der anderen Seite des arabisch-persischen Golfs.
Und wie kaum ein anderes Land der Region ist das alte Persien seit Jahrtausenden Heimat traditionsreicher Hochkulturen, Schmelztiegel unterschiedlichster Völker und weist daher eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Denkmälern erster Klasse auf, darunter zahlreiche Monumente, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet sind.

Clemens Schmale beleuchtet an diesem Abend die iranische Seite des alten Mesopotamien mit der antiken Metropole Susa, reist über Bushehr am Golf nach Shiraz und Isfahan, wo insbesondere die Blütezeit islamischer Architektur zuhause ist, zeigt das noch vorchristliche Persien in Pasargadae und Persepolis, besucht die Wüstenmetropole Yazd mit ihren Windtürmen und dem benachbarten zoroastrischen Wallfahrtsort Chak Chak. Auch Teheran und die schiitische Hochburg Qom sind Stationen seiner Reise. Schließlich wird auch ein Blick geworfen auf die religiösen Minderheiten im Land, etwa die orthodoxen Armenier, die heutigen Anhänger Zarathustras, die noch wenigen Juden und selbst die evangelischen Christen.

Der Referent bereist die islamische Welt von Algerien bis Usbekistan, von Bali bis Albanien seit den 70er Jahren und war in jüngster Zeit mehrfach rund um den Golf unterwegs, zuletzt vorrangig im Iran und im Oman.

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